ZIGÑAL – Interview mit Deniz Hasenöhrl

Die 1978 in Bad Reichenhall geborene Deniz Hasenöhrl lebt und arbeitet in München, Ungarn und Spanien. Eine klassische Malerin des Abstrakten mit einer ganz eigenständigen Sprache: ihre bislang einerseits sehr graphisch geprägten Arbeiten und zum anderen ihre besonders transparenten Schichtungen haben nun ein Zentrum bildnerischer Sprache gefunden. Im Interview spricht die Künstlerin über ihr Werk CHUMANI.

Wie lange hast du ungefähr an dem Bild gearbeitet? Wie viele Stunden Arbeit stecken drin?
Das Haupmotiv und die ungefähren Farben von CHUMANI sind an 1 – 2 Tagen entstanden. Das war der intuitivste und assoziativste Teil des Prozesses an diesem Bild. Danach begann ich damit, die Strukturen und Farbschichtungen bzw. Farbabstimmungen zu verfeinern. Dieser Teil des Prozesses war für mich eine fast meditative Arbeit… das Mischen der verschiedenen Farben und Weisstöne (wichtig dabei: gutes Tageslicht), das Bild in Ruhe zu betrachten, um den nächsten Schritt zu gehen, die nächste Schicht aufzutragen. Dann habe ich das Bild beiseite gestellt, um Abstand zu gewinnen. Nach zwei Wochen konnte ich das Gesamtbild wieder klarer sehen und erfühlen, um die letzten Feinarbeiten zu machen. Wie lange ich für das Bild gebraucht habe, ist in Stunden schwer zu sagen. Sich die Zeit zu nehmen, es in Ruhe anzusehen ist genauso wichtig wie das Malen selbst. Die Entstehung eines Bildes erwächst immer aus einem inneren Prozess, der in mir stattfindet, auch wenn ich nicht male. Manchmal kann die Fertigstellung eines Bildes sogar Monate dauern. Bei CHUMANI waren es ca. drei Wochen.

Entstehen die Motive während der Arbeit oder hast du vorher einen (ungefähren) Plan, wie es am Ende aussehen soll? Wird das Motiv z.B. vorgezeichnet und suchst du alle Farben vorher aus?
Ich zeichne nie vor. Die meisten Motive entstehen während der Arbeit. Bei CHUMANI war es auch so. Einen Plan, wie es am Ende aussehen soll habe ich nicht. Ich möchte mir selbst keinen Rahmen setzen, im Gegenteil. Ich habe ein Gefühl, dass ich zum Ausdruck bringen möchte – aber ich vertraue in den Schaffensprozess an sich. Wenn ich mich darauf einlasse, entsteht alles während dieses Prozesses. In welcher Farbe es ungefähr sein soll bestimme ich manchmal vorher. Jedoch die vielen einzelnen Farbtöne ergeben sich während des Schaffens, Schritt für Schritt.

Wie findest du die Titel für deine Bilder? Vor, während oder nach der entste- hung und was sind die Gedanken dabei bzw. wie entwickelst du die Titel?
Die Titel entstehen meist nach der Entstehung eines Bildes, in seltenen Fällen auch währenddessen. Ich nehme mir viel Zeit einen für mich passenden Titel zu finden. Für mich haben Buchstaben Persönlichkeiten und auch Farben. Damit spiele ich oft, setze verschiedene Buchstaben zusammen, solange, bis sie für mich in ihrer Persönlichkeit und Farbe mit dem Bild übereinstimmen. Ich erfinde eigene Wörter. Aber oft suche ich auch Wörter in anderen Sprachen, die mir gefallen in ihrer Zusammensetzung der Buchstaben und ihrer Bedeutung. Im fall CHUMANI war das so. CHUMANI ist ein Name, der aus dem indigenen Volk der Sioux stammt und „Tautropfen“ bedeutet.

Steckt jeweils eine persönliche Geschichte hinter den Motiven? Eine, die du verraten möchtest?
Persönliche Geschichten stecken immer in allen Bildern, da es ja ein Teil meiner Innenwelt ist, den ich zum Ausdruck bringe. Eine klare Geschichte mit klaren Bildern dazu gibt es nicht – es ist mehr die Essenz, die sich aus ihnen ergibt, in mir, in Form von Emotionen und Assoziationen, die ich dann auf die Leinwand bringe. Die interpretation, oder was andere darin sehen oder fühlen möchte ich dem Betrachter selbst überlassen. So wie der Schaffensprozess für mich selbst ein freier Raum ohne von Aussen gesetzten Grenzen (ohne vorausgehendem Plan) sein soll, in dem ich alles zulasse auf einer Ebene, wo kein Verstand mehr sitzt, möchte ich auch dem Betrachter diesen freien Raum geben.

ZIGNAL läuft bis zum 12. September 2015 bei MuniqueART.
Unsere Öffnungszeiten sind:
Di 11 bis 15 Uhr
Do/Fr 16 bis 19 Uhr
Sa 11 bis 18 Uhr

Gerne können auch Besichtigungen außerhalb der Öffnungszeiten organisiert werden. Einfach eine Mail an info@muniqueART.de schreiben. Melden Sie sich auch zu unserem Newsletter an, um regelmäßig Informationen über unsere Ausstellungen und Künstler zu erhalten.

Ankündigungen
17.9. – 17.10.2015, Arbeiten von Anne Werner bei MuniqueART in Kooperation mit ARTWARD 

24.9. – 27.9.2015 MuniqueART präsentiert Ray Moore, Zubin Zainal, Deniz Hasenöhrl, Ángel Barroso Crespo und Sven Bergholz auf der BLOOOM in Köln.

 

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